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Die Feuerwehrleute der beiden Selfkänter Löschzüge wurden am Montagabend, den 15.12.08, vom Sirenenalarm einer nicht angekündigten Übung aus ihrem Feierabend gerissen. Verkehrsunfall PKW, LKW, eingeklemmte Personen, hieß das Alarmstichwort auf den Funkmeldeempfängern. Das Organisationsteam um Gemeindebrandinspektor Ralf Herbertz hatte ein Übungsszenario in der alten Löwensafari entwickelt, in dessen Vordergrund die Patientenorientierte Rettung aus verunfallten Fahrzeugen stand. Dabei kommt es darauf an, eingeklemmte Personen (hier Dummies) in den verschiedensten Unfallsituationen unter größtmöglicher Schonung, geräuscharm, erschütterungsfrei und medizinisch-psychologisch betreut, aus ihrer Zwangslage zu befreien.
Die Einheit Millen-Tüddern z.B. traf auf einen auf der Kippe stehenden PKW in einer Böschung, der von der Straße abgekommen und mit mehreren Bäumen kollidiert war. Dabei wurde die Fahrerin eingeklemmt, ihre kleine Tochter wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und in der Dunkelheit vermisst. Hier galt es, den PKW gegen Absturz zu sichern, die Fahrerin nach Abtrennen des Daches zu befreien und das vermisste Kind zu finden.
Die Einheit Höngen-Saeffelen fand folgende Einsatzlage vor: Ein Auto stürzte eine etwa 5m hohe Böschung herab, der Beifahrer wurde beim Überschlag herausgeschleudert und im Fallen von einem Zaunpfahl im Schulterbereich durchbohrt. Der PKW blieb auf dem Dach liegen, wobei der Fahrer im zerstörten Wrack eingeschlossen wurde. Die Aufgabe bestand hier darin, beim Patienten mit der Pfählungsverletzung möglichst ohne Bewegung des Körpers den Pfahl aus dem Erdreich zu lockern und zu kürzen, um einen Transport ins Krankenhaus zu ermöglichen. Der PKW wurde mittels Abstützungen und Unterbauungen soweit stabilisiert, dass die Dachholme durchtrennt und der Patient mitsamt dem abgetrennten Dach unter dem Fahrzeug hervorgeholt werden konnte.
Den Einheiten Hillensberg-Süsterseel und Schalbruch-Havert schließlich war der LKW-Unfall vorbehalten. Dieser LKW war ebenfalls von der Fahrbahn abgekommen, über einen Radweg geschleudert und hatte dort einen Radfahrer erfasst, der dabei mit seinem Fahrrad zwischen Führerhaus und zwei Bäumen eingeklemmt wurde. Der Fahrer wurde durch den Aufprall ebenfalls in seinem Führerhaus eingeklemmt. Die erste Maßnahme bestand in der Rettung des Radfahrers durch kontrolliertes Wegziehen des LKW mittels Greifzug. Danach wurde eine Rettungsbühne in Stellung gebracht, um nach der Zerlegung des Führerhauses mit hydraulischem Gerät den Fahrer zu befreien.
Im Anschluss versammelten sich alle Übungsteilnehmer rund um die abgearbeiteten Übungen der jeweiligen Einheiten. Hier wurde vom betreffenden Gruppenführer die vorgefundene Lage sowie die Herangehensweise und wichtige Punkte der Entscheidungsfindung erklärt. So konnten sich alle Beteiligten vor Ort ein Bild der Arbeit ihrer Kameraden machen und über das für-und-wider getroffener Entscheidungen fachsimpeln.
Ralf Herbertz bedankte sich zum Schluss bei allen Kameradinnen und Kameraden für die gelungene Übung und für die geleistete Arbeit im zuende gehenden Jahr und wünschte allen ein besinnliches Weihnachtsfest.
Deutlich wurde hier einmal mehr, über welches Potenzial an gut ausgebildentem, hochmotiviertem Personal und hervorragendem Material zur Unfallrettung die Feuerwehr Selfkant heute verfügt. Sie ist in der Lage, sicher, zügig und nach neuen Erkenntnissen und Techniken auch komplexe Aufgabenstellungen zu lösen.
Gemeinderat und Verwaltung haben in den vergangenen Jahren durch ihre vorbehaltlose Unterstützung gezeigt, dass ihnen die Sicherheit ihrer Feuerwehrleute und der Bürger sehr am Herzen liegt. Auch auf dem Gebiet des Lösch- und Rettungswesens ist die Gemeinde Selfkant deshalb zur Modellregion aufgestiegen. Nicht von ungefähr sah Kreisbrandmeister Prömper jüngst die Feuerwehr Selfkant in einer Vorbildfunktion für andere Wehren.
Bernd Douven, Feuerwehr Selfkant
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