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 Jahreshauptübung Altenheim Höngen 
12 Personen bei Brand vermisst- Großübung am Seniorenheim St. Josef Höngen

Als am Donnerstag kurz nach 19 Uhr die Funkmelder des 2. Zugs der Freiwilligen Feuerwehr Selfkant anschlugen und die Auslösung der dortigen Brandmeldeanlage signalisierten, gingen die Wehrleute noch von einem der üblichen Fehlalarme aus, von denen man schnell wieder daheim ist. Doch es kam ganz anders, denn hier handelte es sich um eine nicht angekündigte Großübung unter Einsatzbedingungen. Die von Gemeindebrandinspektor Ralf Herbertz und Hauptbrandmeister Markus Klaßen ausgearbeitete Lage ging von einer Verpuffung in der Heizungsanlage im Keller des Gebäudes aus, die eine erhebliche Rauchentwicklung zur Folge hatte. Der von mehreren Nebelmaschinen erzeugte (ungefährliche) Rauch breitete sich über den Treppenraum in das Obergeschoss aus und versperrte 12 Personen den Fluchtweg. Nach der Erkundung durch den Einheitsführer Gregor Küsters der ersteintreffenden Löscheinheit Höngen-Saeffelen setzte dieser je einen Trupp unter Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung im Keller ein. Ein Handwerker konnte rasch gefunden und gerettet werden. Eine in Brandnähe befindliche Propangasflasche wurde geborgen und gesichert. Stellv. Gemeindebrandinspektor Mike Büskens übernahm die Einsatzleitung über die inzwischen eintreffenden Einheiten des 1. und 2. Zugs und teilte die Einsatzstelle in die Abschnitte Menschenrettung, Brandbekämpfung, Löschwasserversorgung und Atemschutz ein. Die Leitung der Abschnitte oblag Brandmeister Gregor Küsters, Hauptbrandmeister Bert Philippen, Oberbrandinspektor Dirk Schwartzmanns und Brandinspektor Georg Tholen. Drei Personen hatten sich zwischenzeitlich auf ein Flachdach geflüchtet und wurden von der aus Heinsberg kommenden Drehleiter in Sicherheit gebracht. Vom DRK-Kreisverband Heinsberg wurde die Betreuungskomponente in Marsch gesetzt. Diese richtete einen Verpflegungsplatz ein und stellte die Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen Getränken sicher. 12 Trupps unter schwerem Atemschutz durchsuchten bei zum Teil Nullsicht sämtliche Räume des betroffenen Gebäudeteils und konnten insgesamt 12 Vermisste retten. Umsichtiges Vorgehen der Einsatzkräfte und konsequentes Geschlossenhalten der Türen in den Brandabschnitten verhinderte die Verrauchung des kompletten Gebäudes, sodass auf die vollständige Evakuierung des Pflegeheims verzichtet werden konnte. Der Hausmeister, für die Wehrleute vorbildlich durch Warnweste mit der Aufschrift „Evakuierungshelfer“erkennbar, konnte wertvolle Hinweise zu Räumlichkeiten und wahrscheinlichen Aufenthaltsorten von Vermissten geben.
GBI Ralf Herbertz und OBM Markus Klaßen äußerten sich in einer ersten Bilanz sehr positiv zu den gezeigten Leistungen der Einsatzkräfte und sparten nicht mit Lob. Das Hauptziel der Übung, alle Vermissten in möglichst kurzer Zeit zu retten und die Brand- und Rauchausbreitung zu verhindern, sei voll und ganz gelungen. Besonderer Dank ging an die Kräfte des DRK, die im Selfkant bei Großübungen und Großschadenslagen stets präsent sind und wertvolle Unterstützung bieten. Bei der Besatzung der Heinsberger Drehleiter bedankten sich die Selfkanter Wehrführung ebenfalls herzlich für ihre Bereitschaft, an der Übung teilzunehmen. Im Anschluss gab es vom DRK eine kräftige heiße Suppe zur Stärkung für alle.

Ein Hinweis in eigener Sache:
Das Großaufgebot an Feuerwehrfahrzeugen und deren Alarmfahrten zum Seniorenheim Haus Biesen hat sicherlich bei manchen Bürgern zu Besorgnis um das Wohlergehen ihrer dort lebenden Lieben geführt. Doch bitte bedenken Sie: Wir als freiwillige Feuerwehrleute müssen Tag und Nacht in der Lage sein, unseren Mitbürgern jede benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Zu diesem Zweck hat unsere Gemeinde uns mit hervorragender Technik ausgestattet. Unsere Einsatzkräfte werden in vielen Stunden zur Beherrschung dieser Technik intensiv geschult und ausgebildet. Zu dieser Ausbildung gehört es auch, in unangekündigten „Tests“ besonders gefahrenträchtige Objekte realitätsnah zu bearbeiten und sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Einsatzkräfte ihr erlerntes Wissen jederzeit abrufen können und Schwachstellen erkannt werden. Im Ernstfall ist es zum Lernen zu spät.

Bernd Douven




Bilder und Bericht: Bernd Douven
Vom: 29.11.2009
 
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Feuerwehr Höngen Hoengen Saeffelen Selfkant Datum: 2010-03-11 18:03:03